Webseiten mit Jimdo

Okt 10, 2017 | 0 Kommentare

jimdo aus WordPress-Perspektive

WordPress ist nicht mehr das kleine, einfache Tool zum bloggen. Das war einmal. Es hat sich zu einem mächtigen CMS gemausert. Das ist wunderbar, hat aber auch seine Nachteile. Denn mittlerweile muss eine fertige WordPress-Seite regelmäßiger gepflegt werden als früher. Und durch Updates kann es immer mal zu Problemen kommen. Das ist nicht weiter schlimm, so lange die Seite von jemandem betreut wird, der sich ein bisschen in und mit WordPress auskennt. Für Kunden, die eine kleine Homepage haben wollen, die leicht zu pflegen ist und keine großen Besonderheiten aufweist, ist WordPress oft zu mächtig und zu arbeitsintensiv. Oft kommt auch noch ein kleines Budget hinzu, das es zu berücksichtigen gilt.

Die Frage ist, ob sich für solche Anforderungen nicht Homepage-Baukästen besser eignen. Es gibt einige auf dem Markt, die mittlerweile viel leisten. Eine Übersicht findet sich zum Beispiel bei t3n >>

Bei einer Anfrage, für eine solche kleine, kostengünstige Webseite, deren Wartung möglichst unkompliziert sein soll, beschloss ich einen solchen Baukasten auszuprobieren.
Ich stellte all meine Bedenken zurück. Zum Beispiel, dass die Seite nicht auf dem eigenen Server liegt und dass man abhängiger vom Anbieter ist, falls dieser Veränderungen vornimmt usw.
In Absprache mit der Kundin, der ich Vor- und Nachteile der Systeme darlegte, entschied ich mich für eine Umsetzung der Seite mit Jimdo. Jimdo ist ein Homepagebaukasten, der einfach zu bedienen ist und moderne, mobile Templates anbietet.
Auch hier sind Erfahrungen in Webdesign und Konzeption, CSS und HTML hilfreich, um eine gute Seite zu entwickeln. Klar ist, die Auftraggeber müssen damit leben können/wollen, dass sie ihre Inhalte beim Anbieter ablegen und sich innerhalb engerer Grenzen bewegen, als bei einem System wie WordPress.

Es gibt viele Artikel die Jimdo und WordPress vergleichen. Hier ist einer, der die wichtigsten Unterschiede ganz gut zusammen fasst >>

Ich machte mich also an die Umsetzung.

Mir wurde schnell klar „Du musst anders denken“.

Ich musste mich vollkommen von meinen Ansprüchen an den Workflow verabschieden. Es liegt in der Natur des Webbaukastens, dass er nur online funktioniert. Also kein fröhliches Basteln und Bauen in einer lokalen Entwicklungsumgebung. Ehrlich gesagt, zerrt das manchmal schon an den Nerven. Es kostet Zeit, ständig muss man abspeichern und warten, bis dies erfolgt ist. Und: es gibt keine Backups. D.h. ich kann keinen Zwischenstand abspeichern und zur Not wieder auf ihn zurück kommen. Diese beiden Sacherverhalte fühlten sich für mich unangenehm an. Ich musste mich darauf einlassen, dass das eben so ist. Immerhin, kann man in Jimdo das CSS selbst anpassen. Leider ist der dafür vorgesehene Bereich schlecht zu erreichen. Das könnte man besser machen. Und man sollte sich unbedingt eine Kopie der CSS-Datei in einem Textdokument ablegen. Sollte man einen Fehler machen, verschwindet sonst das ganze CSS und man müsste von vorne beginnen.
Es ist sogar möglich eigene Templates  zu entwickeln und einzubinden. Für meinen Test war das aber erst einmal nicht so relevant. Ich wolltem mir ja Jimdo vornehmlich für den Fall ansehen, in dem man relativ schnell und unkompliziert eine Webseite für einen Kunden erstellen will.
Die Templates die Jimdo anbietet sind gut (mit der Einschränkung, dass nicht genug Wert auf Barrierefreiheit gelegt wird) und vor allen Dingen kann man sich die einzelen Elemente fröhlich zusammen klicken und so sehr schnell, die für die Seite wichtigen Strukturen, erstellen. Wichtig ist auch hierbei, dass man sich vorher überlegt was man will. So ein Baukasten nimmt einem nicht das Nachdenken über die beste Vermittlung der eigenen Inhalte und das grafische Konzept ab. Was er schon bietet: er definiert das Gerüst innerhalb dessen man sich unaufwändig bewegen kann, um eben den Arbeitsaufwand in Grenzen zu halten.

Auf meiner persönlichen Wunschliste für Jimdo steht:

  • bessere integrierte Barrierefreiheit in den vorgefertigten Templates. Das ist meiner Ansicht nach das größte Manko  bei Jimdo.
  • Keyboard Shortcuts wären hilfreich
  • eigenes Backup System, bei dem man Zwischenstände abspeichern und zur Not wieder herstellen kann.

Mein Fazit

Jimdo ist kein Erstatz für WordPress, sondern für Webseiten geeignet, die schnell und günstig produziert werden sollen und bei denen die oben beschriebenen Einschränkungen keine große Rolle spielen.
Für komplexere Seiten, bei denen man außerdem die volle Entscheidungsgewalt über alle Features habe will, ist natürlich WordPress die viel geeignertere Software.

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